Pontiac.
Wer nun an Burt Reynolds in seinem Trans Am auf der Leinwand denkt, wie er den 6.6 Liter V8 auf der Flucht vor den übereifrigen Gesetzeshütern quer durch die Staaten treibt um eine Wette zu gewinnen, ja derjenige hat seine jungen Tage in den glücklichen 80er Jahren verbringen dürfen. Damals war man noch weit weg von 36 Vorwärtsgängen und einer zum Tunnelblick sich verzerrenden Umgebung wie sie uns heute im Kino präsentiert wird. Damals wurde bestimmt an der Abspielgeschwindigkeit gedreht um den Pontiac noch schneller um die Kurve fahren zu lassen, das epileptische Zittern der Vegetation neben der Straße muss uns damals nicht zwingend aufgefallen sein. Dieses Zittern muss uns genauso wenig aufgefallen sein, wie die Experimente am amerikanischen Automarkt in den 80er Jahren.

Sunbird GT
Der Sunbird
entstand wohl zu dieser unglücklichen Zeit als man sich in den Staaten dachte: wir brauchen kompakte und günstige Fahrzeuge um am Ball zu bleiben. Die J-Plattform sollte die Rettung aller Probleme darstellen, diese Plattform war leichter, günstiger und für den Frontantrieb bestimmt. Cadillac, Chevrolet, Buick und Oldsmobile bedienten sich an dieser Plattform. Stichwort Chevrolet, Chevy Monza von 1982 – 1986 in Brasilien gebaut oder besser bekannt unter „Opel Ascona“. Man kann sich nun denken worum es geht. Nein ich will hier keinen gelobten Ascona schlecht machen und auch nicht den Sunbird, zugegeben habe ich mich gefreut nach einem gefühlten Jahrzehnt wieder einmal einen zu sehen. Das Rezept erklärt sich damit und mit ein paar kleinen Infos von selbst, der gute Sunbird wurde ursprünglich mit 1.8 Liter Hubraum aus 4 Zylindern und satten 84 PS ausgeliefert. Gut das Problem war schnell erkannt und man schraubte schnell einen Turbo an den Motor und so entstanden sagenhafte 150 PS und Beschleunigungswerte knapp unter 10 Sekunden sollten möglich sein, ab 1990 sollte dann ein 3.1 Liter V6 die Geschichte noch abrunden. Was würde Burt Reynolds dazu sagen?

Pontiac Sunbird Dashboard
Die Idee
so ein Fahrzeug zu bauen ist absolut nachvollziehbar, die Umsatzzahlen waren wenig überraschend ein Horror und selbst GM meinte dazu „Pontiac knew better than to mess with success“. Genau deshalb fand ich den kleinen Pontiac mitten unter den Straßenkreuzern beim 24. Crocodile Meeting schlicht weg genial. Stolz, geputzt und gepflegt steht das nette Cabrio auf seinem Platz und präsentiert sich offen seinen Besuchern. Das wenig überraschende Plastik im Cockpit ist ein herrlicher Zeitzeuge dieses Jahrzehntes und die breiten Kotflügel in Kombination mit dem Heckspoiler und der Zierleisten an der Fahrzeugseite weisen auf ein GT Modell hin. Überraschend auffällig war auch, dass bis auf die Armlehne in der Mitte kaum Abnützung zu sehen war. Keine Farbe die im Innenraum abging, keine Risse, selbst die Schalter und Hebel wirken auffallend frisch.

Pontiac Sunbird Convertible
Der Pontiac Sunbird
ist für mich genau das Gegenteil von dem was mir durch den Kopf geht wenn ich das Wort „Pontiac“ höre. Dieser Sunbird allerdings, macht den Eindruck dass er seinem Besitzer Freude bereitet und genau um dieses Thema geht es immer wieder bei unserem Hobby. Ich habe mich sehr gefreut ein Auto aus der Ära „vergessene Fahrzeuge“ gesehen zu haben. Was der Sunbird Convertible alle mal schafft, selten zu sein, wenn nicht eines der seltensten Fahrzeuge der 80er Jahre mit Klappscheinwerfer in Österreich.

Pontac Sunbird GT Convertible
Euer: Duke

Written by Du Ke

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