Die dritte und erste eigenständige Supra von Toyota.

Gilt für die MK2 noch die Namensgebung „Celica Supra“, hat man sich bei der MK3 deutlich von der Celica distanziert. Der Name „Celica Supra“ würde übersetzt „himmlische+darüber“ ergeben, also  eine übergeordnete Celica. Es wird auch daran liegen, dass mit dem Ende der TA6 Baureihe die Celica auch das Ende des Hinterradantriebs bei den Celicas besiegelt wurde. Die 1985 folgende T16 Celicas hatten von nun an 4 Zylinder Motoren und Frontantrieb oder Allradantrieb, auch deutlich kompakter zeigte sich die Celica und sprach somit eine andere Zielgruppe an. Um weiterhin ein Sportliches Fahrzeug anbieten zu können, bekam die Supra ihren ersten eigenständigen Auftritt. Treu der alten Linie mit einem Reihensechszylinder, einem Heckantrieb und der richtigen Optik zur richtigen Zeit.
Toyota Supra MK3

Supra MA70.

Unter diesem Werkscode wurde zum Angriff gepfiffen, ein Markt für solche Fahrzeuge war gegeben und die Konkurrenz zu dieser Zeit wusste auch was gefragt war, in diesem Teich der GT´s schwammen viele Fische wie zb, Mazda RX7FC, Porsche 944, Pontiac Firebird der dritten Generation und alle sahen in ihrer Bauform irgendwie miteinander verwandt aus. Die Supra war an den amerikanischen Markt angepasst worden, wo sie sich auch gut verkaufte. Die Ausstattung lies kaum Wünsche der damaligen Zeit offen, von einer Klimaautomatik, Tempomat, Fensterheber, elektr. Sitze, verstellbarem Lenkrad, Lederausstattung bis zu einem Targadach wurde alles geboten, lediglich die Lederausstattung war nicht im Grundpreis enthalten. Die Technik war und ist gut, die ursprünglich im 7MGTE verbaute Kopfdichtung lies etwas zu wünschen übrig, meist war ihr Ableben mit 100 tausend Kilometer besiegelt, einmal getauscht hat man auch wieder seine Ruhe. Das Fahrwerk ist zum Cruisen abgestimmt, bietet dennoch genug Stabilität um es in Kurven richtig krachen lassen zu können, Lotus war an der Abstimmung des Fahrwerks maßgeblich beteiligt. Eine ausgewogenen Gewichtsbalance macht die Supra richtig gut fahrbar, das 25% Sperrdifferential unterstreicht die Sache noch etwas.
Toyota Supra MK3 Cockpit

Einmal eingestiegen,

kommt einem das 4,63 Meter große Coupe recht klein vor, ich selbst bin 1,86 groß und stoße fast an die Grenzen des möglichen in der Lady. Doch einmal platz genommen, fügt man sich gut in das japanische Design ein und irgendwie passt sie dann doch sehr gut, die Ergonomie ist für mich nahezu perfekt. Der Fahrersitz versteht es den Piloten zu halten und ohne sich großartig in diesem bewegen zu müssen, lässt sich in dem Auto alles bestens bedienen, schalten und lenken. Das Cockpit ist typisch japanisch, ein großes Armaturenbrett zeigt dir sämtliche Informationen die man sich vorstellen kann. Das sportliche Design eines Europäers wird man hier allerdings nicht finden. Spuren der letzten 25 Jahre allerdings auch nicht, keine Risse, keine Schalter haben an Farbe verloren und die Abnützung ist ehr gering, genauso verhält es sich auch mit lästigen Nebengeräuschen nach einem 1/4 Jahrhundert im Straßeneinsatz. Bei höheren Geschwindigkeiten machen sich allerdings Windgeräusche über die Seitenfenster hörbar, ein leidiges Thema bei Fahrzeugen ohne Fensterrahmen, damit muss man Leben. Der Turbomotor bietet mit seinen 238 PS genug Vortrieb und war zu seiner Zeit ein ernst zu nehmender Kandidat, auch wenn diese Leistungsangaben heute keinen mehr vom Hocker schmeißen, so macht dieses Fahrzeug mit dieser Technik eine menge Spaß.
Toyota Supra MA70

Die Szene.

Eigentlich gibt es nur 2 Szenen in der sich die Supra bewegt. Die Tuner und die Originalisten. Auch wenn ich mir damit bei den Tunern keine Freunde schaffe, aber wer eine MK3 lange und in ihrer japanischen Zuverlässigkeit fahren will, sollte am Motor keine groben Eingriffe vornehmen. Natürlich ist das Potential zum Tunen groß, im Netz findet man Videos und Datenblätter von Supras, die aus dem originalem Motorblock weit über 700 PS rausholen, auch auf der 1/4 Meile gibt es richtig schnelle Supras und zugegeben das hat natürlich seinen Reiz, allerdings auch seinen Preis. Illusionisten die glauben so ein Auto mit 3000 Euro auf 500 PS trimmen zu können, werden schnell eines bessern belehrt.
So entstand es auch dass die Preise der Supra stark variieren, vor ein paar Jahren noch bekam man eine originale für ein paar Tausender, heute wird man schon weit tiefer in die Tasche greifen müssen. Bei den umgebauten wird es dann richtig schwierig mit den Preisen, immer wieder tauchen welche im Netz auf zu eigentlich recht fairen Preisen, wenn man bedenkt was diese bereits an Geld verschlungen haben, sind es schon fast Schnäppchen. Dennoch kann man diese Power Supras lange am Markt beobachten.
Supra MK3

Fazit.

Die Supra MK3 ist ein solider Japaner der durchaus die Fähigkeit besitzt seinem Besitzer lange Zeit Spaß zu bereiten. Man sei aber auch gewarnt, manche Ersatzteile sind bei Toyota nicht mehr erhältlich und wiederum andere Teile werden beim Händler anscheinend in Gold aufgewogen, zum Glück findet man über das Internet schnell Alternativen. Rockauto wäre zum Beispiel so eine, weiters findet man auch im Forum schnell Anschluss und nützliche Tipps. Auch sollte man nicht vergessen dass es sich um einen Sportler der 80er Jahre handelt, wer glaubt damit einen Rennwagen zu kaufen und diesen auf der Autobahn stundenlang prügeln zu können, wird hier schnell eines besseren belehrt. Die Supra ist was sie ist, ein wirklich guter GT mit mehr sportlichen Ambitionen als man es ihr ansieht.

Euer: Duke

Written by Du Ke

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