Da muss Klappscheinwerfer.at noch schnell ein paar Eindrücke des heurigen Jahres loswerden.
Der Ledl AS 160 ist noch lange kein vergessenes österreichisches Auto das einmal versucht hatte ganz groß raus zu kommen.
Hinter dem Ledl AS steht viel mehr als manchmal vermutet wird und unser automobiler Nachwuchs erahnen lässt.
In Zeiten der frühen 80er Jahre, als noch keine 500Ps alias AMG oder M-Technik nötig waren um recht schnell über die Straßen zu heizen und auch Porsche sich in Regionen von ca. 150Ps bewegte und damit absolut vorne dabei war, stellte Günter Ledl den AS (ursprünglich Tanga) vor.
Österreich war bis zu diesen Moment etwas in Vergessenheit geraten, was den Automobilbau betrifft, das hat sich mit der Ankündigung des AS schlagartig geändert.
Ausländische Medien hatten die Fährte gewittert und berichteten im großen Stil über die kommende Erscheinung des Sportlers aus Österreich so war der AS auch im September 81 auf der IAA zu sehen und so wurden im ersten Jahr gleich mal 128 Stück bestellt.
So weit so gut.
2013, Ventilspiel am RedBullRing.
Günter Ledl war mit seinem Team und dem AS 160 vor Ort.
Der Tag hätte besser nicht sein können, Stunden haben wir mit Plauderei verbracht, da kamen Geschichten ans Licht, unglaublich.
Von der Idee wie ein österreichischer Sportwagen aussehen könnte, über die erste Zeichnung im Urlaub am Strand, bis hin zu allen politischen Hürden.
So im nach hinein ist es schon eine bemerkenswerte Leistung so ein Auto in Österreich gebaut zu haben.
Aber dazu kann man Günter Ledl nur selbst reden lassen, dieses Interview ist einfach selbsterklärend.
Ledl AS 160
Beim Ledl AS wurde großer Wert auf Gewicht gesetzt, so kam ein Stahlrohrrahmen zum Einsatz mit einer Haut aus GFK, die Erfahrung aus der Buggy Produktion war natürlich ein klarer Vorteil und die Fahrgastzelle hatte einen integrierten Überrollkäfig.
Das und ein Ecsort Motor mit 1.6 Litern Hubraum und knappen 100Ps brachten den ca. 850 Kg. leichten AS 160 auf stolze 207Kmh.
Sensationell ist das Gefühl im AS, ein kurzes Stück des Weges durfte ich in dem Keil platz nehmen und so konnte ich einen kleinen Eindruck mit nach hause nehmen und der ist größer als man denkt.
Bei einer Fahrzeughöhe von gerade mal 1 Meter und 9 Zentimeter kann man sich vorstellen wie weit man vom Boden weg sitzt, die flache Scheibe und der Motor hinter dir, vermittelt dir sofort den Eindruck des Fliegens, der Beifahrer sieht nicht viel, außer dem Scheibenwischer, dessen Konstruktion gleich mal für Staunen sorgt, so etwas sieht man auch nicht alle Tage und dann kam die Kurve…..ich erwartete mir etwas von den Bremsen zu spüren, doch diese Erwartung wurde nicht erfüllt.
Günter Ledl lenkte einfach ein und der AS tat das selbige, keine Verzögerung, kein Gewackel, kein Gerutsche, das riecht nach einer Menge Spaß,
Das Fahrwerk verrichtet wirklich tolle Arbeit, der Motor hängt brav am Gas, irgendwie passt da alles.
Warum war das Ende so schnell gekommen?
Die Politik, was sonst, der Kat kam und Österreich musste sich wieder mal behaupten….
So wurde das Ende nach 6 Jahren beschlossen, man kann heute nur den Kopf schütteln, aber es ist auch typisch für unser Land.
Man muss sich mal vor Augen halten, dass in dem relativ kleinem Betrieb in 2 Jahren Entwicklung vom Prototypen bis zum Serienfahrzeug, ein großartiges Auto entstand.
Dieses Auto bestreitet heute noch Historische Rennen und das mit Erfolg.
Classic Trophy 2013 Gesamtwertung Platz 2.
Dank Günter Ledl gibt es auch 2 Onboard Videos vom Salzburgring und eine Menge Fotos von dieser Veranstaltung.
Ledl AS 160 Onboard Heck
Ledl AS 160 Onboard Salzburgring


Ich kann Mr. Ledl nur meinen Dank aussprechen, ich hab selten so viel mitgenommen an Erfahrung und selten so viel gelacht wie mit Günter Ledl.
Besten Dank
DuKe

Written by Du Ke

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