Da bin ich mal wieder in Wien und rolle so durch den Nord-Osten am Stadtrand entlang und hab schon ein Grinsen im Gesicht.
Da ist ja ein Autohändler, Schrauber und Schrottplatz nach dem anderen.
Irgendwie ist dort die ganze Welt vertreten.
Ein C Kadett steht sich neben einer Supra MKIV die Reifen in den Boden,
um die Ecke versinken alte Mercedes aus den 60ern im Asphalt,
dann steht da eine Mig 21 beim Händler im Garten.
Im ersten Moment kommt man ins Staunen, alles was bei uns in Graz in den letzten Jahren verschwunden ist, weil ja so schlecht und böse, findet man dort immer noch.
Gleich neben meiner Unterkunft ist ein begabter Karosseur wo ich auf einen 1951er Consul aufmerksam wurde.
Da muss ich rein, Micky der Vater von Alltagsklassiker.at kann das bestimmt brauchen.
Neben der Firma, da steht ein wirklich baufälliges Haus, kein Verputz mehr dran,
kein Garagentor wo eines sein sollte, drinnen ein E9 als Baustelle und im Garten jede Menge
Standzeuge.
Doch da funkelt etwas raus.
Rot, Tief, Breit und Klappscheinwerfer,
hier steht doch wirklich ein 348TS neben einem VW Bus der als Lager dient und einem beschädigtem Chrysler Vision.
Nicht zu übersehen der schöne tote Renault 19 und Citroen C25 Bus, die als Umgebungsobjekte fungieren.
Die erste Vermutung war, der ist tot.
Doch Ali, dem die Flunder gehört, lässt sich kaum bremsen.
Das ist seiner, er hat ihn schon 4 Jahre, ist so etwas wie überglücklich mit ihm verheiratet,
wird sich nie wieder von dem 348 trennen und heuer hätte er ein Motortuning bekommen und irgendwas von 400Ps wurde da erzählt.
Mein erster Gedanke, ja ja sag es mir nur, da steht nur Schrott rum und dazwischen lagert er seinen 348er?
Wer bitte macht so etwas?
Nun, das alles war vor 2 Wochen, ich wohne noch immer im selben Hotel und komme fast täglich bei Ali vorbei, naja was soll ich sagen……..
Nicht nur einmal sah ich ihn, den 348 im Garten stehen, wie vergessen.
Nicht nur einmal sah ich Ali, als er den 348 auf die Straße stellte, den 3.4 Liter V8 warm laufen ließ
und nicht nur einmal sah ich ihn mit einem Grinser im Gesicht die Kennzeichen montieren und voller Stolz und Würde den 348er in Richtung Sonnenuntergang steuern.
Tja, so kann man sich täuschen!
Irgendwie war der Fund des 348 im ersten Moment erschreckend, schade, oje, unwürdig, was kostet der?
Das waren so die ersten Gedanken.
Heute ist mir klar, der 348er wird so schnell nicht zu haben sein.
Der Besitzer und der 348 sind wohl in einer glücklichen Beziehung.
Wenn das mal keine nette Love Story ist.
Euer Duke.

Written by Du Ke

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