Camaro steht für Freund oder Kamerad.

In Zeiten wo sich die Mustangplage ausbreitete, war es an der Zeit zu handeln. Ford versetzte seine amerikanischen Mitbewerber unter Zugzwang, der Mustang verkaufte sich sehr gut und an Alternativen schien es zu mangeln. Der Mustang gilt als Gründer der Pony-Car Klasse und mit dieser sprach man damals junges Publikum an, ein Publikum das durchaus mal sportlich unterwegs sein wollte und will. Das Rezept wurde vom Erfolg des Mustang bestätigt und gründete eine neue Ära am amerikanischen Markt.
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Ära der Pony-Cars.

1966, also 2 Jahre nachdem der Mustang die amerikanische Jugend erobert hat, schießt GM mit dem Chevrolet Camaro zurück. GM bediente sich an der Nova Plattform, welche sich als erfolgreich erweisen wird und fertigte ein sportlich attraktives Blechkleid für das junge Publikum. Der Camaro erweckt bei mir im Vergleich zum Mustang einen etwas aggressiveren Eindruck. Der Mustang ist hübsch und ein Camaro wirkte angriffslustig. Die Motoren waren ebenfalls auf „Angriff“ getrimmt, im großen Motorraum fanden bis zu 375 Pferde einen neuen Stall und wenn man diese mal auf die Hinterachse los lies, war kein Asphalt oder Hinterreifen vor ernsten Schäden sicher. Auf Einsteiger wurde ebenfalls geachtet und so bot das schwächste Modell gerade mal 140 Pferde im Stall und das aus 6 Pferdeboxen. Dennoch war der Start eher holprig und konnte den Mustang nicht vom der Weide verdrängen.
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Kauflust.

Amerikaner sind anders, das wissen wir bereits. Damals galt, was auf der Rennstrecke erfolgreich war, ist gut und wird gekauft. Auch dies gelang nicht so richtig in den ersten Jahren, der Camaro wurde nur auf die Strecke gelassen wenn es sich bei dem Modell um ein frei verkäufliches Straßenfahrzeug handelte. Erst als der „Freund“ aus dem Hause GM als Pacecar im berühmten Indianapolis 500 Rennen auf die Piste kam, begann sich die Lage zu bessern und der „Freund“ fand neue Freunde. 1967 gab es den Camaro mit „Klappscheinwerfer“. Ja auch diese Art der verdeckten Scheinwerfer zählt zu den Klappscheinwerfern, diese Front gab es am Camaro nur 1967 und sie scheint nicht in Vergessenheit geraten zu sein. Hinter dem Link verbirgt sich ein Video eines neuen Camaro mit der selben Idee. Der Camaro und der Mustang spielen heute wie damals auf der selben Weide und sind heute wie damals scharfe Kontrahenten. Beide eifern um die Gunst der Jugend und der Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Die Dinger machen schon richtig Laune, wenn man in der glücklichen Lage ist, sich bei unseren Steuern in Österreich ein paar hundert Ps als Hobby leisten zu können. Da kratzt der Camaro heute schon an der 600 Ps Marke und in der Klasse gibt es viel Mitstreiter am Markt, welche ein besseres Image pflegen als ein Camaro. Dabei gilt heute wie damals: Dreh einmal den Schlüssel im Zündschloss rum und erwecke deinen „Freund“ zum leben. Wenn einem dann kein Lächeln oder Grinsen im Gesicht steht, muss man sofort wieder raus aus dem Ding und zum Prius Händler gehen. Nichts gegen einen Prius, aber dann bist du hier auf der falschen Seite und ich noch nicht so alt und vernünftig genug um darüber schreiben zu wollen.
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RS

Diese beiden Buchstaben finden sich mehrfach am Chevy wieder und verdeutlichen den Entschluss des Käufers von 1967 etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das RS Paket war ein Optik-Paket, es wurde die Front mit den Klappscheinwerfern verbaut und das Heck etwas überarbeitet, ich denke auch die Reifen waren breiter beim RS, bin mir bei der Sache aber nicht ganz sicher. Alleine 1967 wurden 8 verschiedene Modelle vom Camaro angeboten und somit konnte man sich den „Freund“ für das Leben gut aussuchen. Das Einsatzgebiet scheint ebenfalls sehr abwechslungsreich zu sein, vom typischen US-CAR-Treffen bis zum Oldtimertreffen findet der Camaro immer neue Freunde, am Ring versteht er es das Publikum zu unterhalten und dem Fahrer etwas Schweiß und ein Lächeln in sein Gesicht zu treiben. Im öffentlichen Verkehr gilt er leider als ausgestorbene Rasse, sollte man doch mal einen zu Gesicht bekommen, einfach mal das Fenster öffnen und der Ruf des V8 lauschen. An alle Familienväter die noch einen Klassiker suchen, der Camaro hat 4 Sitze und muss nicht als langweiliger Automatik US Cruiser gesehen werden, das Ding gibt es ebenfalls mit Schaltgetriebe und richtig Dampf unter der Haube. Somit ist er höchst familientauglich mit einem ordentlichen Interieur und genug Platz im Kofferraum um damit auf Urlaub zu fahren.

Euer: Duke

Written by Du Ke

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