Der Chrysler 300 Hurst

ist alles andere als ein typisches Muscle Car. Chrysler zielte mit diesem Modell auf die Oberschicht, auf Führungskräfte, auf den Typ Mann der mit Mitte 30 in einem Unternehmen ganz oben saß, sich den Luxus eines Cadillac oder Lincoln gönnen konnte, sich allerding mehr Exklusivität und Leistung vorstellen konnte. Also warum nicht ein Coupé bauen mit 5,70 Metern Länge, einen 7,2 Liter TNT mit 375 Ps  und 645 Nm rein setzten und alles an Luxus in die Fahrgastzelle bauen was Muscle Cars bis dato nicht hatten. Zumindest kam das in Zusammenarbeit mit Hurst dabei raus. Die Erscheinung von diesem Fahrzeug ist denkbar auffällig, so verwinden doch an der Ampel neben dem 300H gleich 2 moderne Kleinwagen. Für verwunderte Blicke sorgt auch der Kofferraumdeckel mit integriertem Heckspoiler. So Ähnlich sah man diese Art von Heckspoiler beinahe 20 Jahre später am Mercedes Coupe. Beim Chrysler waren dieser Kofferraumdeckel und die Motorhaube aus Fiberglas, gut dadurch kam der Elefant auch nicht unter 2 Tonne Eigenewicht, aber mit dem heftigen Triebwerk beförderte dieser Luxusliner seine Passagiere immerhin in 7.1 Sekunden auf Tempo 100. 7.1 Sekunden in 1970 bitteschön, ein Ferrari 400GTS war um 2 Zehntel langsamer, wobei ich den auch nicht aus der Garage verbannen könnte. Der Chrysler konnte auch bremsen, ja das übliche Thema…….. die Dinger gingen ab wie Zäpfchen, kamen aber kaum zum Stillstand. Hier kam ein Bremskraftverstärker ab Werk zum Einsatz inkl. Scheibenbremsen an der Vorderachse. Was für uns heute Selbstverständlich scheint, war damals am anderen Ufer vom großen Teich noch nicht so wichtig.

Der Luxusliner

war wirklich fein ausgestattet, Klimaanlage und eine getönte Verglasung gab es gegen Aufpreis, Fensterheber, Elektrische Ledersitze, Radio sowie die 2 Farben Lackierung waren im Kaufpreis enthalten. Man konnte auf Wunsch auch noch Geld sparen und das Leder gegen Vinyl tauschen oder hinten mechanische Fensterheber verbauen lassen. Als äußerst selten gelten die Einzelsitze vorne, welche hier verbaut wurden. Von den nur 485 gebauten Chrysler 300H wurden ca. 120 mit den Einzelsitzen ausgeliefert. Chrysler und Hurst  hatten es mit dem 300H geschafft ein Luxus Muscle Car auf den Markt zu bringen und das Erfolgreich. Man liest von Händlern die den 300H erst nach einer Anzahlung des Kunden bestellt haben sollen, der Chrysler stand nur in selten beim Händler am Platz und wartete auf seinen zukünftigen Besitzer. Heute steht so eine Seltenheit beim Doc am Hof und ist käuflich erwerblich. Wer Lust auf Exklusivität verspürt und keine Platzprobleme in seiner Garage hat, könnt mal darüber nachdenken. Für mich ist der Chrysler 300H ein Muscle Car der 4ten Art. Ich bin verliebt, zum Glück ist bei mir schon alles zugeparkt und der Kontostand sagt nein.

Euer: Duke

Written by Du Ke

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