Rahmenprogramm der Formel 1

Klingt im ersten Moment immer etwas fahl wenn man im gleichen Satz Formel 1 liest, aber 1979 war das alles andere als fahl.
Zolder, 12.Mai 1979 und die Formel 1 setzte alles daran das Publikum und dessen Gehörgänge zu beschäftigen, damals war Ferrari auf Platz 1 der Konstrukteurswertung mit fast 40 Punkten Vorsprung auf Williams und Namen wie Niki Lauda und James Hunt fand man in der Rangliste unter nicht Klassifiziert, weil Lauda den Motor zu Schrott fuhr und Hunt gleich die ganze Kiste etwas verformt hat. Klingt so als wäre die Formel 1 damals spannender als heute gewesen und um die ganze Veranstaltung schön bei Laune zu halten, gab es im Rahmenprogramm die BMW M1 Procar Serie, in dieser Serie traten die 5 schnellsten Formel 1 Fahrer ermittelt aus den Trainingszeiten, gegen die Privatfahrer der M1 Procars an. Alle Rennställe außer Renault und Ferrari gaben ihren Fahrern grünes Licht für dieses Rennen neben dem Rennen und das Publikum konnte sich ein schönes davon machen wie Hobby und Profi Rennfahrer mit dem Ding umgehen und nach dem es am Ende der Saison für den Erstplatzierten gleich um einen M1 in Straßenversion ging und das Siegerteam auch einen bekam, wurde alles andere als zaghaft mit den schönen Procars umgegangen.

Wer stellte sich so einen M1 in die Garage?

Niki Lauda, damals 2 facher Formel 1 Weltmeister, war anscheinend dermaßen relaxt, dass er gleich den M1 Procar Series Gesamtsieg mitnahm. Der Kult um den M1 war quasi vorprogrammiert, wer will nicht ein Auto besitzen in dem Formel 1 Sieger fuhren? BMW fertigte 44 Stück dieses Monsters die alle in der BMW Motorsport GmbH vorgefertigt worden, lediglich Osella und Projekt Four durften noch M1 Procars komplettieren, so entstand eine Bestie die mit 470 PS alles andere als geizig an Leistung war, das Teil knackte die 100Kmh Marke in 4,5 Sekunden und erst bei knapp über 300km/h soll Schluss mit lustig gewesen sein, damit die ganze Geschichte auch noch fair blieb wurde ein Drehzahlbegrenzer eingebaut der bei 8500 Umdrehungen des Triebwerks einfach den Funken zum Vergnügen stornierte. Dieses Auto war und ist unglaublich, schade dass die Serie nur bis 1980 ausgetragen wurde, im Jahr 1981 wurden vom Motorlieferanten keine Mittel für die Weiterentwicklung bereit gestellt und so kam das sicherer Ende der Protuktion.

Wie im Märchen

2013 ein paar Jahre später steht da ein Procar am RedBullRing, einer dieser wo Fahrer wie Nelson Piquet, Niki Lauda, Alan Jones, James Hunt, Mario Andretti und noch einige der ehemaligen Fomel 1 Stars hinter dem Lenkrad ihren Spaß hatten und das M1 Procar weiß sofort zu begeistern, meine Beine gingen von selbst, der Kopf drehte sich in die selbige Richtung und langsam aber sicher stand ich dann bei dem Keil, das sabbern konnte ich grade noch so verhindern und ich wäre heute noch froh gewesen wenn einer der 3 beteiligten Menschen rund und im M1 einen wenn auch nur noch so kleinen Hinweis gegeben hätten, als sie das Ding zum Leben erweckten.

Wenn das Triebwerk losgeht

hast du ca.5 Sekunden Zeit zu entscheiden, A: hält man sich die Ohren zu, oder B man haltet so schnell wie möglich die Luft an um sich nicht zu verfärben. Es ist einfach ohrenbetäubend und schön zu gleich wie dieser Motor schnurren und brüllen zu kann, da erübrigt sich die Frage ob und wieso diese Serie so beliebt war. Minuten später geht das Procar auf die Strecke und du denkst dir „das Ding macht eine super Figur“, beim fliegende Start beobachte ich aus 50 Meter Entfernung ungläubig die Beschleunigungsorgie des Boliden. Deja vu, halt ich nun die Ohren zu oder die Luft an. Es ist einfach ein Traum ein Procar in Aktion zu sehen, es ist kaum zu beschreiben wie sehr man seine Gene erkennt und wie schön es damals gewesen sein muss so ein Auto zu bewegen.
Zum Glück gibt es immer noch Liebhaber wie Gabriel Geissler der ein Procar bewegt und nicht im Museum verstauben lässt.
Euer Du Ke

 

Written by Du Ke

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