Das Herz eines Sportlers, reicht oft nicht aus um als solcher anerkannt zu werden.
Marcello Gandini stellte den Montreal 1967 als Designstudie auf der Expo 1967 vor.
Durchaus erfolgreich war der Zuspruch der Fachwelt auf den Exoten und wie uns die Geschichte schon oft lehrte, versucht man dann diese Studie auf die Straße und den Kunden los zu lassen.
Der Name Montreal ergab sich wohl unter dem Umstand das der gute dort vorgestellt wurde.
Großes war geplant und sportlich sollte er werden und das war er auch.
Ein V8, erstmalig bei Alfa in Serienfahrzeugen mit 2.6 liter Hubraum und gut 200 Ps sollen für ordentlich Vortrieb sorgen.
Der Motor war eine überarbeitete Version des Rennmotors aus dem Tipo 33 und durchaus bekannt.
Alfa Romeo Montreal
4 oben liegende Nockenwellen, eine mechanische Saugrohreinspritzung, das ganze noch vernünftig auf die Hinterräder übersetzt, verspricht ordentlich Spaß.
Allerdings setzt dieser Spaß eine gut gefüllte Geldbörse voraus.
In den frühen 1970 er Jahren musste man aus heutiger Sicht, ca. 46 tausend Euro für diese Perle auf den Ladentisch legen.
Die Erhaltungskosten für diesen Motor sind auch nicht gerade ein Geschenk.
Aber, würde der Montreal ein so geachteter Exote sein, gäbe es zig tausend Stück von dem Fahrzeug?
Alfa Romeo wusste damals wie heute, was exklusiv bedeutet.
So geschah es, dass in 7 Jahren nicht einmal 4 tausend Stück gebaut wurden, ok die Ölkrise spielte bestimmt auch eine große Rolle, so liest man es im Internet.
Wobei, in dieser Preisklasse, glaube ich das kaum.
In Österreich sind die Stückzahlen weit unter den dreistelligen Werten.
In Deutschland noch knapp darüber.
Kaum zu sehen ist diese Perle, außer auf Alfa Romeo Treffen, Oldtimermärkten, Versteigerungen, aber auf der Straße schon sehr sehr selten.
Nur am Ring, hätte ich damit nicht gerechnet.
Alfa Romeo Montreal
Der Montreal ist wirklich ein Blickfang und für die Gehörgänge hat er auch etwas nettes mit im Gepäck.
Das macht richtig Musik und bewegt wurde der gute, weit über seine ursprüngliche Bestimmung hinaus.
Der Montreal scheiterte schlicht weg am Fahrwerk, es war billig und alles andere als Sportwagen tauglich.
Dies war einer der maßstäblich zum scheitern verurteilenden Gründe, dass es dem Montreal gänzlich an Anerkennung unter den Sportwagen fehlte.
Zum Glück sind die 70er Jahre vorbei und heute erfreut man sich über den Anblick dieser italienischen Diva.
Richtige Augenlider hat der Montreal, eine unverwechselbare B-Säule mit Lufteinlässen, wie sie beim Tipo zu finden waren, im Montreal ohne Funktion, aber bitte, damals wurde noch Design übernommen und nicht nur Funktion.
Alfa Romeo Montreal
Der Montreal ist ein wirklich schönes Fahrzeug, weit weg von leistbar für den Otto Normalverbaucher, aber genau dieser wird ihn immer mit großen leuchtenden Augen betrachten.
Die Italiener wussten und wissen wie man Charme in ein Stück Eisen packt.
In diesem Montreal dürften wohl so einige Stunden der Arbeit geflossen sein.
Ein Blick in den Motorraum oder den Innenraum und man sieht dass hier mit Liebe bis ins Detail ein tolles Auto zum Spielen auf der Piste gebaut wurde.
Hut ab, ich habe selten einen historischen Rennwagen gesehen mit dieser Detailverliebtheit.
Alfa Romeo Montreal
V
erantwortlich für den Bau dieses schönen Rennwagens ist Dirk Schumann aus dem Hause „Projekt Lucky Racing“ in München.
Gratulation zu diesem Projekt.

Euer: DuKe

Written by Du Ke

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